Medienberichte

Pressebericht Treffpunkt 4/13

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Neue Motorboot-Fahrschule auf dem Zürichsee

Rechtzeitig zum Auftakt der diesjährigen Boots-Saison wurde auf dem Zürichsee eine neue Motorboot-Fahrschule eröffnet.
Gründer, Besitzer und Eigentümer ist der 35jährige Ruedi Unholz,
der zuvor erfolgreich in den Diensten anderer renommierter Fahrschulen stand.
Sein Ausbildungskonzept unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt
grundsätzlich von anderen Fahrschulen:
Ruedi will nicht belehrender Schulmeister sein, sondern Kursleiter.

Ruedi Unholz, ein im Engadin aufgewachsener, sympathischer Naturbursche, verbrachte schon als Kind seine ganze Freizeit am Bächli neben dem Elternhaus.
Klar, dass das Fischen schon bald sein grösstes Hobby war, was es bis heute geblieben ist. Kein Wunder also,
dass er auch später seine beruflichen Aktivitäten in diesem Umfeld ansiedelte: Als Mitarbeiter der Fischerzeitschrift „Petri Heil“ führte er abenteuerliche Leserreisen in die Gewässer Lapplands.
Später suchte er einen Job unter weniger harten und dramatischen Bedingungen, wobei er den Kontakt zu vielen Leuten nicht missen wollte. Was lag näher, als Motorboot-Fahrlehrer zu werden?

Während seiner zeit in Diensten anderer Motorboot-Fahrschulen wurde er von seinen Schülerinnen und Schüler immer wieder darauf angesprochen, doch eine eigene Fahrschule zu gründen.
Seine exzellente Erfolgsquote von über 90 Prozent auf Anhieb bestandener Prüfungen ermutigte ihn schliesslich zu diesem Schritt, wo dass er sich am 1. April 1991 selbstständig gemacht hat.
Obwohl erst wenige Wochen alt, hat Ruedi’s Motorboot-Fahrschule schon einen vollen Terminkalender. Einmal mehr bestätigt sich:
Mund-zu-Mund-Propaganda von zufriedenen Schülerinnen und Schüler ist die beste Werbung. Um so mehr, als dass er in jenem Seegebiet ausbildet, in welchem später die Prüfung abgelegt wird.

Des weiteren hat sich Unholz eine flexiblere Preisstrategie aus gedacht, mit der er die starren Geschäftsusancen dieser Branche durchbrechen will, wobei von Dumping-Preisen keine Rede sein kann.
So gewährt er zum Beispiel Rabatte für Mitglieder der gleichen Familie oder auf Abonnementen und bietet auch „Flottenrabatt“ für Firmen,
welche ihren Mitarbeiter einen attraktiven Freizeitkurs vergünstigen möchten.

Ist Ruedi Unholz ein Tausensassa auf dem Zürichsee?
MOTORBOOT SCHWEIZ traf den frischgebackenen Motorbootfahrschul-Besitzer und befragte ihn nach seinem Erfolgsrezept:

Motorboot Schweiz: Ruedi Unholz, Sie waren viele Jahre in Diensten anderer Motorboot-Fahrschulen. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?

Ruedi Unholz: In dieser Zeit habe ich viel über dieses Metier gelernt, Gutes und Schlechtes. Aber mir war bald klar, dass ich Bootsfahrlehrer bleiben würde, denn ich liebe das Wasser über alles.
Aber mir war auch klar, dass ich es anders anpacken wollte, als meine Vorgesetzen es von mir verlangt hatten.

MBS: Woran lag es?

R.U.: Zum Beispiel an der Art, die Schülerinnen und Schüler zu behandeln. Viele heutige Bootsfahrlehrer gehen mit ihren Kunden teilweise recht unsanft um. Sie glauben, ein schulmeisterisch-autoritärer Ton sei heute noch zeitgemäss.

MBS: Und was tun Sie dagegen?

R.U.: Vor allem belehre ich meine Schüler nicht dauernd, ich führe sie nur. Der Lerneffekt ist dann am besten, wenn der Schüler selbst merkt, dass er einen Fehler gemacht hat und ihn ein zweites Mal nicht wieder macht.

MBS: Gibt es noch weiter Unterschiede?

R.U.: Eine Bootsfahrschule ist heute ein Unternehmen wie jedes andere und muss deshalb, um dem wachsenden Konkurrenzdruck standhalten zu können, dynamisch und marktgerecht geführt werden.
Ich liess mich deshalb von Anfang an von einem Marketingfachmann beraten. Zusammen entwickelten wir ein kleines Marketingkonzept. Es reicht heute nun mal nicht mehr,
mit seinem Kahn einfach passiv im Hafen zu warten, bis die Kunden kommen, und ihnen dann soundsoviel Franken abzunehmen, egal unter welchen Bedingungen.
Unser Konzept reicht deshalb von zeitgemässer Infrastruktur (schönes, neues und leicht zu handhabendes Sportboot mit allem Komfort, Natel-C etc.) über Briefschaften und erstklassige Unterlagen,
welche an die Schüler abgegeben werden, bis hin zu transparenter Preisstrategie mit verschiedenen Rabattmöglichkeiten, computerbewirtschafteten Adressdateien und Public Relations, also Kontaktpflege zu Medien und Behörden.

MBS: Das klingt nach grossen Investitionen.

R.U.: Im Gegenteil! Ich glaube, ich habe weniger in meine Bootsfahrschule investiert als mancher andere. Aber ich habe versucht, die bestehenden Mittel und Kontakte optimal einzusetzen.
Nicht das Geld ist der Punkt, sondern die professionelle Durchführung und Kreativität.

MBS: Schlägt sich dieser Aufwand irgendwie nieder?

R.U.: Klar, 30 bis 50 Prozent Auslastung schon im ersten Betriebsmonat können sich sehen lassen, oder? Und täglich werden’s mehr.
Regelmässig rufen mich Personen an, die bereits einige Lektionen bei anderen Bootsfahrschulen absolviert haben und mit ihrem Lehrer nicht klarkommen. Denen biete ich eine Probelektion an, und die meisten bleiben.

MBS: Ruedi’s Motorboot-Fahrschule – eine Erfolgsstory? Oder: Was kommt als nächstes?

R.U.: Über den Erfolg reden wir in ein paar Jahren. Bis dahin will ich mich auf dem Zürichsee und Obersee etablieren und einen guten Auslastungsgrad erzielen.
Ein Schritt in diese Richtung ist zum Beispiel, den Leuten klarzumachen, dass man auch in den Wintermonaten hervorragend Bootsfahrstunden nehmen kann.
Dann nämlich hat es weniger Boote auf dem See, und der See ist oft ruhiger als im Sommer… Hoffentlich klappt’s. Bisher bin ich ganz zufrieden.

Auf folgende Feststellung legt Ruedi Unholz grossen Wert:
Er bildet auf seinem brandneuen, mit vielen Annehmlichkeiten ausgerüstetem Sportboot keine Raser aus, sondern rücksichtsvolle Bootsführer.
Dies nicht nur, weil er engagierter Fischer ist. Sondern weil er die Natur liebt und man das Bootfahren auch im Einklang mit der Umwelt praktizieren kann.

Motorboot-Fahrschulen im Winter

YACHTING News wollte am Beispiel einer Motorboot-Fahrschule erfahren, wie es den kleinen Komplementäranbietern der Bootbranche geht.

Als «Motorboot Schweiz» im Juni 1991 über Ruedi’s Motorboot-Fachrschule berichtete, strahlte nicht nur über dem Zürichsee die Sonne, sondern auch über der Wirtschaft. Yuppies, Börsenschieber
und Jungunternehmer hatten Hochsaison. Die Aussagen des frischgebackenen Unternehmers Ruedi Unholz mit seinen unkonventionellen Ideen strotzten vor Optimismus.

30 bis 50 Prozent Auslastung schon im ersten Betriebsmonats liessen auf Grosses hoffen. In der Tat: Der rasante Aufstieg von Ruedi’s Motorboot-Fahrschule stach sogar einem alteingesessenen Fahrschul-Inhaber derart in die Nase,
dass er zum höchst unfairen Mittel eines Säurebehälters griff und damit bei Nacht und Nebel kurzerhand Unholz‘ Boot beschädigte. In der Hoffnung natürlich, dass dieser in seinem Aufstieg etwas gebremst würde.
Das Gegenteil geschah: Der Missetäter wurde beobachtet und überführt, und die ganze Geschichte sprach sich auf dem ganzen See herum, sodass viele Neukunden aus Mitleid und Sympathie erst recht zu Ruedi kamen.
Der Vorfall war zwar ärgerlich und für alle Beteiligten, inklusive Polizei und Justiz, mit viel Schreibarbeit verbunden, doch angesichts der erwähnten freundlichen Konjunktur liess er sich gut verkraften. Schon kurz darauf begann sich das Gespenst,
Rezession genannt, in die Schweiz einzuschleichen. Und ganz nach Schulbuch zeigte sich, dass von der Rezession zuerst Luxusgüter der mittleren Kategorie betroffen sind, zu denen auch Motorboote und Motorboot-Fahrschulen gehören.

Und nun steht noch zu allem der Winter vor der Tür, eine für Bootfahrschulen ohnehin kühle Jahreszeit. YACHTING News wollte von Ruedi Unholz wissen, ob er kalte Füsse bekommen habe. „Im Sommer 91 war von einer Abkühlung der Wirtschaft
noch nicht viel zu spüren. Vermutlich dachten sich damals viele Leute, die Sache gehe schnell vorüber und sie selbst seien nicht davon betroffen.
Inzwischen kann man es aber schon deutlich spüren“, lautet seine Antwort. Nachdem ihm die veränderte Situation bewusst geworden war, setzte sich Ruedi Unholz mit seinem Marketingberater zusammen, schuf neue Anreize und ergänzte sein Angebot mit Zusatzleistungen. «Damit konnte ich mich von der Konkurrenz abheben und trotz Rezession ein gutes Sommer-Ergebnis erarbeiten.»

Nun steht aber der Winter vor der Tür, und die Rezession treibt weiterhin ihr Unwesen. Eine schwierige Situation für eine ganzjährig arbeitende Motorboot-Fahrschule.
Hinzu kommt, dass viele Leute davon ausgehen, dass man nur im Sommer Bootsfahrstunden nehmen könne.
Ruedi Unholz sieht das anders: «Diese Annahme ist falsch. Die Winterzeit bietet im Gegenteil sogar bessere Umstände. Die Gründe sind schnell aufgezählt: Es verkehren weniger Boote auf dem See, und in den Häfen ist Ruhe eingekehrt.
Also hat es weniger Wellen, was wiederum das Manövrieren vereinfacht, Zudem ist die Terminauswahl bei den Fahrschulen grösser. Und das Wichtigste: am Saisonanfang hat man die Prüfung im Sack und kann danach die ganze Saison geniessen!“
Soweit so gut, wie sieht es aber mit den tristen Witterungsbedingungen aus, die sind doch auf dem Wasser noch unangenehmer? „Im Gegenteil, ein schöner Wintertag auf dem Wasser kann sehr faszinierend und beruhigend sein.
Zudem ist mein Boot mit einem verschliessbaren Verdeck, einer Heizung, Scheibenwischer und Teppichen ausgerüstet – von Kälte keine Spur!“
Es fehlt also nur noch das Chemineé… Eine Fahrstunde erfordere übrigens vom Schüler so viel Konzentration, dass er oft sogar gebeten werde, die Heizung abzustellen.
Rezession her, Winter hin. Ruedi Unholz sieht also dem kommenden Winter gelassen entgegen:
„gegen kalte Füsse helfen Moonboots und gute Ideen.»

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